Und es gibt sie doch … pädagogisch wertvolle Unterhaltung für Kinder

Sehr oft erinnere ich mich gerne wehmütig an Fernsehserien wie „Pan Tau“, „Luzie, der Schrecken der Straße“ sowie „Die Besucher“, allesamt tschechische Kinderserien, die ich als Kind geliebt habe.

Oft habe ich mir gewünscht, dass meine Kinder ähnlich pädagogisch wertvolle Angebote unter der Vielzahl von Animationsfilmen und neuzeitlichen Fernsehformaten finden könnten. Und doch … selbst in den heutigen Zeiten, in denen technisch fast alles machbar ist, gibt es pädagogisch wertvolle Angebote:

 

In der Kleinstadt Thneedville leben die Bewohner ein sorgen- und vor allem keimfreies Leben. Die frische Luft der Stadt kommt allerdings abgezapft aus der Flasche, denn echte Bäume gibt es schon lange nicht mehr. Dabei braucht der Junge Ted gerade dringend einen Baum, um seiner angebeteten Nachbarin Audrey zu imponieren. Teds Großmutter Norma erzählt ihm, dass der sagenumwobene „Once’ler“ etwas über die Bäume und deren Verbleib wisse. Also macht sich Ted auf, um den „Once’ler“ draussen vor der Stadt zu finden – der erzählt Ted die Geschichte, wie es dazu kam, dass es keine Bäume mehr gibt und warum er, der „Once‘ler“ Schuld daran sei. Doch Ted ist nur daran interessiert, wie er seiner angebeteten Audrey einen echten Baum besorgen kann.

Viel Spass beim Unterhalten lassen,
Doc Ramadani


Medikamente wirken nur bei schweren Depressionen

Wieder einmal wurde es gezeigt: Antidepressiva wirken nur bei schweren Depressionen. Zu diesem Ergebnis kommt das US-amerikanischer Forscherteam um Jay Fournier von der Universität von Pennsylvania haben in einer Meta-Analyse(eine Untersuchung, in der mehrere Studien zusammengefasst werden) für das amerikanische Ärzteblatt.

Jay Fournier und seine KollegInnen haben in Ihrer Meta-Analyse den Krankheitsverlauf von 718 Patienten aus 6,  so genannten „randomisierten“ Studien untersucht. Getestet wurde in diesen Studien, inwieweit Medikamente den Verlauf einer Depression verbessern – und das im Vergleich zu einem Scheinpräparat (Placebo)! Die Studien hat Fournier unter anderem aufgrund ihrer heterogenen Zusammensetzung gewählt. Der Schweregrad wurde in den Studien mit einer psychologischen Skala (Hamilton Rating Scale for Depression, HDRS) bestimmt. 71% der Patienten, die sich in Amerika wegen einer Depression an einen Psychiater wenden, haben einen HDRS von unter 22 und dürften von Ihren Psychiatern ein Antidepressivum verschrieben bekommen.

Die Ergebnisse der Meta-Analyse sind sehr interessant:

  • Mit Schweregrad der Depression stieg auch die Wirksamkeit der medikamentösen Behandlung.
  • Die Wirksamkeit stieg bei den Patienten in beiden Gruppen, d.h. je schwerer die Depression desto besser auch die Wirkung des Placebos, wobei die Wirksamkeitskurve nur ganz gering unter der Kurve der Antidepressiva lag.
  • Eine Verbesserung um 3 Punkte auf der HDRS, ein Kriterium das von britischen National Institute for Clinical Excellence für den Wirksamkeitsnachweis verlangt wird, wurde erst ab 25 Punkten auf der HDRS erreicht. Ab 25 Punkten spricht man allerdings bereits von einer schweren Major-Depression.

Über diese Studie berichtete auch das Deutsche Ärzteblatt in einem Beitrag vom 06.01.2010. Besonders interessant finde ich auf dieser Seite den Kommentar eines Kollegen, der durchaus für Niedrigdosierungen von Antidepressiva in passenden Fällen pladiert, um den Patienten den Nutzen des Placebo-Effektes zu ermöglichen. Dies finde ich sehr lobenswert und pragmatisch. Für mich persönlich ist diese Art der Verordnung jedoch nicht passend – ich erkläre meinen Klienten den Zusammenhang ganz wissenschaftlich und überlege mit Ihnen zusammen, was sie stattdessen tun können, um sich ihr eigenes Placebo zu geben.

Herzliche Grüße,
Doc Ramadani