Gelesen: Roland Kachler – Traummord

Vielleicht könnt Ihr Euch noch an meinen Kollegen und Freund Roland Kachler aus Podcast Nr. 10 erinnern. Roland ist psychologischer Psychotherapeut und Theologe und er beschäftigt sich neben seiner psychologischen Arbeit auch mit dem Bücherschreiben. Viele Bücher hat er zu den Themen „Paarberatung“ und „Trauer“, einem Thema in dem er auch Therapeuten ausbildet, veröffentlicht. Doch schon vor langem hat mir Roland auch seinen Krimi „Traummord“ als Lektüre empfohlen. Endlich habe ich ihn gelesen – und bin beeindruckt:

Dr. Johannes Roth, der Leiter des Prüfungsamtes der psychologischen Fakultät der Universität und glühender Verehrer von Sigmund Freud und Carl Gustav Jung, wird tot in seinem Büro aufgefunden – an seinem Schreibtisch erschossen. Unter ihm begraben liegt eines von Freuds großen Werken, in dem einige Stellen mit Blutstropfen markiert sind.

Kommissar Maurer wird mit dem Fall betraut. Maurer beschäftigt sich in seiner Freizeit selbst intensiv mit Psychologie und Therapie. Er ist ein großer Verehrer von Freud, Jung und dem amerikanischen Vater der modernen Hypnotherapie, Milton H. Erickson. Wochenlang beschäftigt sich Maurer auf konventionelle Polizeiart mit dem Fall und kommt nicht voran. Erst als er das einsetzt, was er bei den 3 Großmeistern der Psychotherapie gelernt hat, kommt der Fall in Bewegung.

Roland Kachler, psychologischer Psychotherapeut aus Remseck, lädt den Leser in seinem Krimi „Traummord“ auf eine spannende Reise in die Geschichte der Psychotherapie und den gemeinsamen Wurzeln, aber auch Streitigkeiten der unterschiedlichen tiefenpsychologisch psychotherapeutischen Strömungen ein. Er flechtet in die spannende Geschichte um die Auflösung des Mordes an Dr. Johannes Roth fast in hypnotherapeutischer Sowohl-als-auch-Manier mehrere weitere Ebenen ein. Neben der eigentlichen „faktischen“ Ebene, die sich mit dem Mordfall Roth beschäftigt, kann der Leser Sigmund Freud und Carl Gustav Jung sowie deren Gemeinsamkeiten aber auch Gegensätzte kennenlernen – vor allem was die Traumdeutung und die darin enthaltene Symbolik betrifft. Auf einer weiteren Handlungsebene lernt der Leser die Verdächtigen, allesamt aus dem universitären Umfeld von Dr. Roth, und deren eigene Geschichten kennen. Besonders interessant ist, dass der Leser ganz nebenbei einiges über die Menschen Freud und Jung und deren eigene Neurosen bzw. Komplexe erfährt – es ist fast rührend, diese manchmal fast unantastbaren Ikonen der Tiefenpsychologie so menschlich zu erleben.

Fazit: Alle Kolleginnen und Kollegen, die therapeutisch arbeiten, kann ich diesen Krimi als unterhaltsame Lektüre sehr empfehlen. Aber auch „psycho“-unerfahrenen aber -interessierten Krimi-Lesern möchte ich dieses Buch als unterhaltsame Abwechslung mit süchtigmachendem Thrill ans Herz legen. Dem Krimi-Leser, der eher auf konventionelle Detektivgeschichten und lineare Handlungsstränge schwört, könnte dieser wundervolle Krimi eventuell etwas zu „psycho“-mäßig erscheinen – vielleicht möchte sich aber der eine oder andere dennoch überraschen lassen?

Viel Spass beim Lesen,
Doc Ramadani


Worum es mir in der Begleitung von Menschen geht

Wenn Menschen mich in meiner Praxis besuchen, verwende ich sehr oft sehr viel Zeit darauf, den Menschen zu erklären, dass sie so, wie sie sind, okay sind und es vielleicht hilfreich ist, darauf zu schauen, was ihre persönlichen Stärken sind. Der Arzt Dr. Eckart von Hirschhausen hat das in einer seiner Gutenachtgeschichten wunderbar dargestellt:

Viel Spass beim Stärken-herausarbeiten,
Doc Ramadani

PS.: Danke an Katharina Hille für die Inspiration in ihrem tollen Blog.


Podcast 016: Therapie am Übergang zwischen Körper und Geist – Doc Ramadanis Podcast Nr. 16

Podcast 016: Therapie am Übergang zwischen Körper und Geist – im Gespräch mit der Diplom-Psychologin Sabine Ecker

Meine liebe Kollegin Sabine Ecker, Verhaltenstherapeutin und Hypnotherapeutin aus Freiburg, schafft nicht nur dir Gradwanderung (nach meiner Meinung die sinnvolle Ergänzung von) zwischen Verhaltenstherapie und Hypnose, sondern ist auch noch auf einem Gebiet tätig, das einzigartig ist: sie arbeitet am liebsten mit Menschen, die sich aufgrund einer körperlichen Erkrankung einer medizinischen Behandlung unterziehen mussten und diese nun über den Geist unterstützen möchten.

Therapie am Übergang zwischen Körper und Geist? – Was kann man sich darunter vorstellen? – Wie soll das gehen? – Welche Möglichkeiten besitzen wir Menschen, unseren Körper bei der Ausheilung körperlicher Erkrankungen zu unterstützen? – Über genau diese Themen berichtet Sabine Ecker in diesem sehr interessanten Podcast. Besonders freut es mich, dass Sabine es hervorragend versteht, die Vorteile von Verhaltens- und Hypnotherapie zu nutzen. Außerdem finde ich es sehr bemerkenswert, wie es Sabine schafft, ihr Spektrum noch um körperbasierte Therapieformen zu ergänzen. Auch darüber berichtet sie. Außerdem lacht sie sehr gerne. Und ich habe am Rande der MEG-Jahrestagung sehr herzlich mitgelacht. Aber hört selbst …

 

Wer sich die MP3-Datei lieber herunterladen möchte, kann den folgenden Link benutzen:
Podcast 016: Therapie am Übergang zwischen Körper und Geist (549 Downloads)

Wer sich direkt an Sabine Ecker wenden möchte, erreicht sie unter folgenden Koordinaten:

Dipl.-Psych. Sabine Ecker
c/o Psychotherapeutische Praxis Eiermann und Hipfner-Sonntag
Klarastraße 96a
79106 Freiburg im Breisgau
Telefon: 0177 6456655 (Telefonzeiten: Montag und Freitag 8.00 bis 9.00 Uhr)
eMail: info@psychotherapie-sabine-ecker.de
Homepage: http://www.psychotherapie-sabine-ecker.de

Sabine Ecker stellt auf Ihrer Homepage übrigens auch eine kostenlose Trancereise mit dem Titel „Trancereise zur inneren Ruhe und Kraft“ zum Download bereit. Mein Tipp: runterladen und ausprobieren!

Viel Spass beim Grenzen überschreiten,
Doc Ramadani

PS.: Alle Podcasts zum Download als MP3-Dateien findet man hier.


Herr Doktor, was habe ich?

Ein Mann kommt zum Arzt und sagt: „Herr Doktor, ich weiss nicht mehr weiter. Überall wo ich hinfasse, tut es mir weh.“

Er fasst sich ganz demonstrativ mit dem Zeigefinger an die Nase und sagt: „Meine Nase tut mir weh!“. Er fasst sich an das Kinn und sagt: „Mein Kinn tut mir weh!“. Als nächstes fasst er sich an das rechte Ohr und sagt: „Mein rechtes Ohr tut mir weh!“. Er fasst sich an den rechten Rippenbogen und sagt: „Meine Rippen tun mir weh!“. Und so geht es weiter mit dem Bauch, den Schulter, dem Becken, den Oberschenkeln, den Knien, den Unterschenkeln, den Sprunggelenken, den Füßen und den Zehen.

Der Arzt, sehr um die Gesundheit seines Patienten besorgt, beginnt, diesen gründlichst zu untersuchen. Er untersucht die Nase, das Kinn, das rechte Ohr, die Rippen, den Bauch, die Schultern, das Becken, die Oberschenkel, die Knie, die Unterschenkel, die Sprunggelenke, die Füße und die Zehen. Er führt etliche Funktionstests durch. Er beginnt in Fachbüchern zu lesen und weist seine Sprechstundenhilfe an, alle Termine für den Tag abzusagen. Er bildet etliche Hypothesen und verwirft diese wieder. Stellt Diagnosen und zieht Differentialdiagnose in Betracht – und verwirft diese dann wieder. Schließlich wendet er sich an den Patienten und meint: „Kommen Sie morgen wieder, ich muss nachdenken, sie sind ein schwieriger Fall.“ – Er grübelt die ganze Nacht.

Am kommenden Tag erscheint der Mann als erster Patient und der Arzt schaut ihn durchdringend an. „Ich weiß was Sie haben.“, sagt er. „Herr Doktor, was habe ich?“, fragt der Patient verschüchtert. Der Arzt holt tief Luft und meint: „Ihr Zeigefinger ist gebrochen!“.

Viel Spass beim Wechseln-der-Perspektive,
Doc Ramadani


Das Kreuz, das nicht passt

Eines Tages war es Mosche klar geworden. Das Kreuz, das er zu tragen hatte, passte nicht zu ihm. Und so fragte er sich: „Warum hat mir Gott gerade dieses Kreuz gegeben, wo es garnicht zu mir passen will? Nein, dieses Kreuz ist wirklich nicht das, was ich verdient habe. Ich kann mit ihm nichts anfangen. Es drückt und stört mich bei jeder meiner Bewegungen. Nicht, daß ich mich nicht bemüht habe, mich daran zu gewöhnen. Ich trage es nun schon lange, tapfer und ohne zu murren, und was ist das Ergebnis? Es wird von Tag zu Tag schlimmer. Nein, Gott hat Unrecht getan, gerade mir dieses Kreuz zu geben.“ So begann er zu beten und Gott anzurufen „Oh mein Gott, den ich verehre wegen seiner Weisheit und seiner Weitsicht, der Du weißt um Deine Geschöpfe und ihre Wünsche und Vorlieben, der Du sie führst durch Dunkel und Helligkeit und der Du linderst ihr Leid, oh mein Gott, so sage mir, warum habe ich gerade dieses Kreuz bekommen, wo es doch garnicht zu mit passen will? Nun trage ich es schon seit Jahren, und es wird jeden Tag unerträglicher. Wenn es nur möglich wäre ein anderes Kreuz zu erlangen, so würde ich nichts lieber tun, als mich diesem meinen zu entledigen.“ Und Mosche betete und betete, bis Gott endlich sprach: „Nun gut Mosche, ich höre Dich. Ich sehe, daß Dein Wunsch von ganzem Herzen kommt, so will ich Dir Deinen Wunsch erfüllen. Schau her, hier ist ein riesiger Saal voller Kreuze, große Kreuze, kleine Kreuze, Kreuze unterschiedlicher Art. Gehe Mosche, suche Dir eins aus!“ Und Mosche betritt den riesigen Saal und es war, wie Gott gesagt hatte. Alles voller Kreuze, große Kreuze, kleine Kreuze, breite Kreuze, schmale Kreuze, schwere Kreuze, leichte Kreuze, Kreuze aus Fichtenholz, aus Eiche, aus Zedernholz, aus Palisander, Kreuze unterschiedlichster Art, und Mosche sucht und sucht, doch keins will ihm richtig gefallen. Er betrachtet Kreuz für Kreuz, und schließlich ist er richtig verzweifelt, denn so sehr er auch sucht, er findet keines welches ihm zusagt. Da erblickt er plötzlich versteckt in einer Ecke ein Kreuz, dass er bisher nicht bemerkt hat, und wie er näher herangeht und es so von allen Seiten betrachtet, denkt er bei sich : „Doch dieses Kreuz sieht garnicht schlecht aus, dieses Kreuz könnte mir gefallen“. Und er spricht zu Gott. „Oh himmlischer Vater, der Du gütig zu Deinen Kindern bist, also wenn ich mir eins aussuchen kann, dieses Kreuz würde mir schon gefallen.“. „Ist gut Mosche“, antwortet Gott, „ist gut, nimm es ruhig, Du kannst es haben, es ist eh deins.“

Viel Spass beim Kreuzaussuchen,
Doc Ramadani


Was ist eine Alternative?

Ein Mann kam zum Rabbi und fragte: „Rabbi, sag mir bitte: Was ist eine Alternative?“

Der Rabbi zögerte etwas, studierte aufmerksam das Gesicht des Fragenden und sprach dann: „Eine Alternative? Nun, das ist nicht so einfach. Ich will dir ein Beispiel geben: Angenommen, nur einmal angenommen, du hast ein Huhn. So ein Huhn kannst du schlachten, und dann hast du eine schöne Hühnersuppe oder einen Hühnerbraten. Du kannst allerdings auch warten, bis dein Huhn ein Ei legt. Dann hast du ein Huhn und ein Ei.“ – „Aha“, sagte der Fragende und ein erkennendes Leuchten zeigte sich auf seinem Gesicht, „das ist also eine Alternative.“

„Moment, warte mal ab“, sagte der Rabbi, „die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Nehmen wir einmal mal an, du entscheidest dich fürs Eierlegen. Dann hast du irgendwann ein Huhn und ein Ei. So ein frisches Ei, das gibt ein schönes Frühstücksei. Oder du kannst das Huhn natürlich auch brüten lassen. Dann hast du irgendwann zwei Hühner.“ – Die Augen des Fragenden leuchteten auf: „Aha, das ist also eine Alterna… “

„Moment, Moment“, unterbrach ihn der Rabbi. „Die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Nehmen wir an, du entscheidest dich fürs Brüten. Dann hast du also zwei Hühner und irgendwann hast du acht Hühner und später dann sogar über 100. Wenn jemand 100 Hühner hat, dann kann er sich überlegen, ob es nicht Zeit ist, eine Hühnerfarm zu errichten. Bei einer Hühnerfarm gibt es nun wieder unterschiedliche Möglichkeiten. Ich kann natürlich so eine Farm neben meinem Wohnhaus bauen. Das hat gewisse Vorteile: Man ist dicht dabei, man überblickt alles und man hat immer die ganz frischen Eier. Allerdings sollte man die Geruchsbelästigung in Betracht ziehen. Die andere Möglichkeit ist, ins nahe gelegene Flusstal zu gehen. Dort haben die Hühner ideale Bedingungen, frisches Wasser und saftiges Gras. Allerdings – man ist natürlich nicht dabei. Vielleicht kommt nachts einmal der Fuchs oder ein Marder, und eines Morgens sind alle Tiere tot.“ – „Aha, das also ist… “

„Moment, Moment“, sagte der Rabbi, „nicht so schnell, denn die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Nehmen wir mal an, du entscheidest dich für das Flusstal. Die Hühner haben ideale Bedingungen und die Farm wächst und gedeiht: 100 Hühner, 200 Hühner, 500 Hühner und schließlich über 1000 Hühner. Das wird die größte und beste Hühnerfarm weit und breit. Dann beginnt es irgendwann zu regnen. Es regnet und regnet und regnet. Das ist sehr ungewöhnlich für diese Region. Aber es regnet und hört nicht mehr auf. Das Wasser des Flusses steigt und steigt und steigt. Und schließlich überflutet das Wasser die Dämme und damit auch deine Hühnerfarm und alle Hühner sind tot.“ An dieser Stelle stoppte der Rabbi unvermittelt und schwieg.

Der Mann wartete ein Weilchen und fragte dann ratlos: „Na und? Wo ist jetzt hier die Alternative…?“ – Der Rabbi antwortet: „Die Alternative? Enten, mein Lieber, Enten!“

Besten Dank an Yves aus Luxembourg, der mir diese wunderbare Geschichte zugesandt hat.

Sei neugierig, wie Dich Dein Unterbewusstsein beim nächsten Frühstücksei an diese Geschichte erinnert,
Doc Ramadani


Niemals Gewalt

Alle Kinder dieser Erde lieben Astrid Lindgren (geboren 1907 in Schweden). Aber auch den Erwachsenen hat die „Mutter“ von Pippi Langstrumpf Bedenkenswertes zu sagen:

Jetzt werde ich eine kleine Geschichte erzählen. Ich hörte sie selbst vor langer Zeit, eine alte Dame erzählte sie mir, und ich habe sie niemals vergessen. Sie ging so – wenn ich mich recht erinnere: Ich war jung zu jener Zeit, als fast alle Kinder oft geschlagen wurden. Man hielt es für nötig, sie zu schlagen, denn sie sollten artig und gehorsam werden. Alle Mütter und Väter sollten ihre Kinder schlagen, sobald sie etwas getan hatten, von dem Mütter und Väter meinten, daß Kinder es nicht tun sollten.

Mein kleiner Junge, Johan, war ein artiger und fröhlicher kleiner Kerl, und ich wollte ihn nicht schlagen. Aber eines Tages kam die Nachbarin zu mir herein und sagte, Johan sei in ihrem Erdbeerbeet gewesen und habe Erdbeeren geklaut, und bekäme er jetzt nicht seine Schläge, würde er wohl ein Dieb bleiben, ein Leben lang. Mit Muttern ist es nun einmal so, daß ihnen angst und bange wird, wenn jemand kommt und sich über ihre Kinder beschwert.

Und ich dachte: Vielleicht hat sie recht, jetzt muß ich Johan wohl eine Tracht Prügel verpassen. Johan saß da und spielte mit seinen Bausteinen – er war ja damals erst fünf Jahre alt -, als ich kam und sagte, daß er nun Prügel bekäme und daß er selbst hinausgehen sollte, um eine Rute abzuschneiden. Johan weinte, als er ging. Ich saß in der Küche und wartete. Es dauerte lange, bis er kam, und weinen tat er noch immer, als er zur Tür hereinschlich. Aber eine Rute hatte er keine bei sich.

„Mama“ sagte er schluchzend, „ich konnte keine Rute finden, aber hier hast du einen Stein, den du auf mich werfen kannst!“ Er reichte mir einen Stein, den größten, der in seiner kleinen Hand Platz fand. Da begann auch ich zu weinen, denn ich verstand auf einmal, was er sich gedacht hatte: Meine Mama will mir also weh tun, und das kann sie noch besser mit einem Stein.

Ich schämte mich. Und ich nahm ihn in die Arme, wir weinten beide soviel wir konnten, und ichdachte bei mir, daß ich niemals, niemals mein Kind schlagen würde. Und damit ich es ja nicht vergessen würde, nahm ich den Stein und legte ihn in ein Küchenregal, wo ich ihn jeden Tag sehen konnte, und da lag er so lange, bis Johan groß war. Dieb wurde keiner aus ihm. Das hätte ich gern meiner Nachbarin erzählen mögen, aber sie war schon lange fortgezogen. Ja, so sprach die alte Dame, die mir dies alles erzählte, als ich noch sehr jung war.

Und ich weiß noch, daß ich mir dachte: Ich werde meine Kinder auch nicht schlagen, sollte ich welche bekommen. Ich bekam zwei Kinder und ich schlug sie niemals. Trotzdem wurden gute Menschen aus ihnen. Und auch sie schlagen ihre Kinder nicht.

Warum erzähle ich das alles?

Es sollte ja vom Frieden die Rede sein. Ich glaube, das tut es auch. In gewisser Weise. Immer noch gibt es viele Mütter und Väter auf der Welt, die ihre Kinder schlagen und glauben das sei gut. Sie meinen, Kinder würden artig und gehorsam durch Schläge. Aber statt dessen werden sie zu solchen Menschen, die gerne selber andere schlagen und weitermachen damit, wenn sie groß sind. Denn wie sollte einer, der sich als Kind an die Gewalt gewöhnt hat, zu einem friedlichen Menschen heranwachsen?

Und wie soll es Frieden geben in der Welt, wenn es keine friedfertigen Menschen gibt? Zu Hause, in den Wohnungen, muß der Friede beginnen. Ich glaube, es wäre gut, wenn ein Stein in den Küchenregalen läge, fast überall auf der Welt, als Erinnerung: Schluß mit Gewalt!

Ich kenne eine Menge Staatsmänner und Politiker, die einen solchen Stein auf dem Küchenregal haben sollten. Aber dann würden sie vielleicht bloß die Steine nehmen und hinausgehen und einander die Schädel damit einschlagen. Denn glaubt man an Gewalt, dann handelt man auch so!

(Festrede, gehalten in der Frankfurter Paulskirche anläßlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, 1978)

Ich danke wieder Monika für die eMail mit dieser Rede.

Viel Spass beim Stein-ins-Regal-legen,
Doc Ramadani


Podcast 015: Psychogynäkologie – emotionale Blockaden lösen und Freiheiten genießen – Doc Ramadanis Podcast Nr. 15

Podcast Nr. 15: im Gesrpäch mit Diplom-Psychologin Shivani Allgaier über über das spannende Thema „Psychogynäkologie“

Sexualität ist ein essentieller Bestandteil unseres menschlichen Lebens. Und in manchen Situationen unseres Lebens kann es passieren, dass wir Sexualität nicht so genießen können, wie wir uns das wünschen. Dies betrifft gleichermaßen Frauen wie Männer. Manchmal (viel seltener als gedacht) hat dies organische Ursachen – häufig spielen hierbei auch psychische Blockaden eine Rolle. Auch bei unerfülltem Kinderwunsch können derartige Blockaden eine wichtige Rolle spielen.

Meine Kollegin Shivani Allgaier aus Reutlingen, Psychologin und Hypnotherapeutin, nimmt sich schwerpunktmäßig Frauen an, denen durch eine gynäkologische Begleitung nicht zufriedenstellend geholfen werden kann. Sei es aufgrund unerklärlicher gynäkologischer „Probleme“, unerfülltem Kinderwunsch oder Schwierigkeiten, Sexualität erfüllend genießen zu können. In Podcast Nr. 15 unterhalte ich mich mit Shivani Allgaier über dieses sensible Thema. Der Podcast trägt nicht umsonst den Titel „Psychogynäkologie – emotionale Blockaden lösen und Freiheiten genießen“. Shivani berichtet in unserem Podcast über Ihre Erfahrungen bei der psychologischen Begleitung von scheinbar „rein“ gynäkologischen Problemen. Frauen, die sich für dieses Thema interessieren, wird sicherlich sofort die sehr einfühlsame und gefühlvolle Art meiner Kollegin auffallen, die es auf ganz besondere Art versteht, mit diesem sensiblen Thema umzugehen.

 

Wer sich die MP3-Datei lieber herunterladen möchte, kann den folgenden Link benutzen:
Podcast 015: Psychogynäkologie – emotionale Blockaden lösen und Freiheiten genießen (844 Downloads)

Wer sich direkt an Shivani Allgaier wenden möchte, erreicht sie unter folgenden Koordinaten:

Shivani Silvia Allgaier
Diplom Psychologin
Agnes-Miegel-Str. 16
72764 Reutlingen
Telefon: 07121-6808169
eMail: info@allgaier-reutlingen.de
Homepage: http://allgaier-reutlingen.npage.de

Viel Spass beim Freiheiten genießen,
Doc Ramadani

PS.: Alle Podcasts zum Download als MP3-Dateien findet man hier.


Der Wunschzettel eines Kindes

Die liebe Monika hat mir eine nette eMail geschickt. Mit ihrer eMail hat sie mir den Wunschzettel eines Kindes beigefügt, den ich Euch nicht vorenthalten möchte:

  • Verwöhne mich nicht ! Ich weiß, daß ich nicht alles bekommen kann, wonach ich frage. Ich will Dich doch nur auf die Probe stellen.
  • Schimpf nicht mit mir im Beisein anderer Leute! Ich werde Deinen Worten viel mehr Beachtung schenken, wenn Du mit mir unter vier Augen sprichst und mich nicht öffentlich blamierst.
  • Sei nicht ängstlich mit mir und schenke meinen kleinen Launen nicht zuviel Aufmerksamkeit. Sie verschaffen mir nur manchmal die Zuwendung, die ich brauche.
  • Sei nicht geschockt, wenn ich sage: Ich hasse Dich! Ich hasse nicht Dich, sondern Deine Macht.
  • Bewahre mich nicht vor den Folgen meines Handelns! Ich muß mal peinliche Erfahrungen machen.
  • Nörgele nicht! Wenn Du das tust, schütze ich mich, indem ich mich taub stelle.
  • Mache keine raschen Versprechungen! Bedenke, dass ich mich schrecklich in Stich gelassen fühle, wenn die Versprechungen nicht eingehalten werden.
  • Sei nicht inkonsequent! Das macht mich völlig unsicher und lässt mich mein Vertrauen zu dir verlieren.
  • Hör mir zu, wenn ich Fragen stelle! Wenn Du mir nicht zuhörst, holle ich mir die Antworten von Anderen.
  • Sag nicht, meine Ängste wären albern! Sie sind erschreckend echt. Aber Du kannst mich beruhigen, wenn Du versuchst, sie zu verstehen.
  • Versuche nicht, immer so zu tun, als seist Du perfekt und unfehlbar! Der Schock ist für mich zu gross, wenn ich herausfinde, dass Du es doch nicht bist.
  • Denke nicht, dass es unter Deiner Würde sei, Dich bei mir zu entschuldigen! Eine ehrliche Entschuldigung erweckt in mir ein überraschendes Gefühl der Zuneigung.
  • Vergiss nicht, ich liebe Experimente! Ich kann ohne sie nicht gross werden. Bitte halt’s aus.
  • Vergiss nicht, wie schnell ich aufwachse! Es muss für Dich sehr schwer sein, mit mir Schritt zu halten – aber bitte versuche es.

Viel Spass beim Wünsche-erfüllen,
Doc Ramadani


Ab und zu einmal ein neues Placebo

Im Blog von Hanspeter Ricklin habe ich einen tollen Beitrag gefunden. Er berichtet darin über ein Youtube-Video von Dan Ariely, dem Autor des lesenswerten Buches „Denken hilft zwar, nützt aber nichts“.

 
Mein Freund Stefan Hammel hat dazu einmal folgende Geschichte erfunden:

„Immer, wenn ich einen Vortrag halte“, hat neulich ein Mann zu mir gesagt, „habe ich solches Lampenfieber. Mein Blutdruck geht in die Höhe, ich bekomme Herzklopfen und atme gepresst und schnell. Meine Frau hat mir dieses Blutdruck senkende Mittel gegeben. Seitdem ist es besser geworden.“ „Ich möchte Ihnen ein Geheimnis verraten“, habe ich geantwortet. „Immer, wenn Sie das Mittel einnehmen, weiß Ihr Körper schon, dass er den Blutdruck senken wird. Er weiß genau, was er auf die Tablette hin zu tun hat. Er weiß es so genau, dass er den Blutdruck auch senken wird, wenn Sie die Tablette einfach nur einstecken.”

“Hat funktioniert”, berichtete der Mann beim nächsten Treffen.

Viel Spass beim Placebo-therapieren,
Doc Ramadani