Ich lasse mich gern bewerten

Ich lasse mich gern bewerten

Könnt Ihr Euch noch an den Trubel um die erste Ärzte-Ranking-Liste im Focus erinnern? – Ein Aufschrei ging durch die Ärzteschaft. Doch das war erst der Anfang:

Das deutsche Gesundheitssystem und damit auch der Medizinmarkt ist stetig im Wandel. Mehr Wettbewerb wird nicht nur von den Krankenkassen verlangt, sondern hat auch schon längst die Ärzteschaft erreicht. Medizin ist in vielen Bereichen schon zu einem richtigen Business geworden. Kollegen die sich mit ästhetischen Eingriffen oder Wahlleistungen positionieren, haben schon längst erkannt, dass ohne Werbung nichts mehr geht. In regionalen „In“-Magazinen springen einem ganzseitige Anzeigen von Chirurgen, Internisten und Zahnärzten ins Auge.

Seit einiger Zeit sorgten nun auch so genannte Ärzte-Bewertungsportale für Aufschreie in der deutschen Ärzteschaft. Verschiedene Vereinigungen und Verbänden verlangten sogar das Verbot dieser Portale und drohten mit Rechtsklagen. Vergeblich – diese Portale haben sich schon längst fest im Internet etabliert.

Ich finde die Idee gut, dass man Ärzte in einem Portal bewerten kann. Ärzte sollten sich in diesem Gesundheitsmarkt, der mittlerweile einigen Dienstleistungsbranchen sehr ähnlich ist, der Bewertung stellen. Mögliche Kritikpunkte können ja sehr hilfreich sein, um sein Angebot zu verbessern. Einige Anstandsregeln sollten beachtet werden und den Ärzten sollte die Möglichkeit gegeben werden, auf Bewertungen reagieren zu können. Die meisten Anbieter der Portale haben das so umgesetzt. Etwas vermisse ich jedoch sehr: es sollte vergleichbare Angebote auch für Psychotherapeuten geben. Bei denen fällt mir nämlich häufig auf, dass sie nicht einmal eine Homepage mit einem Foto besitzen. Wie will man sich denn da als Patient ein Bild von der- oder demjenigen machen, die oder den man sich als potentiellen Begleiter ausguckt?

Nun ja, ich habe mich jedenfalls dazu entschlossen, bei den Bewertungsportalen aktiv mitzumachen und mir 4 Portale ausgesucht, in denen ich mein Profil bereitstelle. Wer möchte, kann sich ja einmal ansehen, wie oft die Profile bereits eingesehen wurden und welche Bewertungen abgegeben wurden.

Und natürlich lade ich alle Menschen, die mich als Begleiter gewählt hatten oder haben, dazu ein, in der Anonymität des Internets Ihre ehrliche Bewertung über meine Begleitung abzugeben. Ich werde mir ernst gemeinte Bewertungen zu Herzen nehmen – Trotzbewertungen, die ich auch manchmal als Resonanz auf meine Blog-Beiträge erhalte, werde ich wie immer hypnotisch ausblenden. (-:

Und hier findet Ihr die Links zu meinen Bewertungsprofilen:

  1. Mein Profil bei jameda.de(ein Service der TOMORROW FOCUS AG und des FOCUS Magazin Verlags)
  2. Mein Profil bei docinsider.de
  3. Mein Profil bei esando.de
  4. Mein Profil bei sanego.de

Viel Spass beim Bewerten,
Doc Ramadani

Foto: © Mumpitz – Fotolia.com

Herr Doktor, was habe ich?

Ein Mann kommt zum Arzt und sagt: „Herr Doktor, ich weiss nicht mehr weiter. Überall wo ich hinfasse, tut es mir weh.“

Er fasst sich ganz demonstrativ mit dem Zeigefinger an die Nase und sagt: „Meine Nase tut mir weh!“. Er fasst sich an das Kinn und sagt: „Mein Kinn tut mir weh!“. Als nächstes fasst er sich an das rechte Ohr und sagt: „Mein rechtes Ohr tut mir weh!“. Er fasst sich an den rechten Rippenbogen und sagt: „Meine Rippen tun mir weh!“. Und so geht es weiter mit dem Bauch, den Schulter, dem Becken, den Oberschenkeln, den Knien, den Unterschenkeln, den Sprunggelenken, den Füßen und den Zehen.

Der Arzt, sehr um die Gesundheit seines Patienten besorgt, beginnt, diesen gründlichst zu untersuchen. Er untersucht die Nase, das Kinn, das rechte Ohr, die Rippen, den Bauch, die Schultern, das Becken, die Oberschenkel, die Knie, die Unterschenkel, die Sprunggelenke, die Füße und die Zehen. Er führt etliche Funktionstests durch. Er beginnt in Fachbüchern zu lesen und weist seine Sprechstundenhilfe an, alle Termine für den Tag abzusagen. Er bildet etliche Hypothesen und verwirft diese wieder. Stellt Diagnosen und zieht Differentialdiagnose in Betracht – und verwirft diese dann wieder. Schließlich wendet er sich an den Patienten und meint: „Kommen Sie morgen wieder, ich muss nachdenken, sie sind ein schwieriger Fall.“ – Er grübelt die ganze Nacht.

Am kommenden Tag erscheint der Mann als erster Patient und der Arzt schaut ihn durchdringend an. „Ich weiß was Sie haben.“, sagt er. „Herr Doktor, was habe ich?“, fragt der Patient verschüchtert. Der Arzt holt tief Luft und meint: „Ihr Zeigefinger ist gebrochen!“.

Viel Spass beim Wechseln-der-Perspektive,
Doc Ramadani