Lassen wir uns krank machen?

Als Arzt bin ich für die Pharmaindustrie uninteressant. Mittlerweile kaufe ich meine Post-It’s und meine Kugelschreiber selber. Nicht alle, schließlich versorgen mich oft meine Klienten mit diesen Errungenschaften der modernen Bürotechnik.

Warum ist das so? – Weil ich als hypnotherapeutisch tätiger Arzt kaum noch Medikamente verschreibe. Das liegt nicht daran, dass ich nicht an die Präparate der Pharmaindustrie glaube – ganz im Gegenteil: ich bin sehr stolz darauf, dass ich in Deutschland eine sehr fundierte und gute Ausbildung bekommen habe und mit Fug und Recht behaupten kann, dass es in Deutschland sehr viele Pharmaunternehmen gibt, die sich sehr aktiv und engagiert an der Entwicklung und Erforschung neuer Wirkstoffe beteiligen, oder bewährte Wirkstoffe, zu günstigen Preisen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Diese Medikamente sind, richtig eingesetzt, ein absoluter Segen für betroffene Menschen. Und ich finde auch, dass für diese segensreichen Medikamente ein angemessener Preis gezahlt werden sollte. Mit immer größer werdender Besorgnis beobachte ich allerdings auch die Tendenz, dass viele Medikamente immer inflationärer eingesetzt werden – gerade im Bereich der Psychopharmaka. Und das nicht auf medizinischer Basis, sondern vielleicht durch das geschickte Marketing der pharmazeutischen Industrie.

Eine Dokumentation von Arte, die dieses Phänomen sehr kritisch beleuchtet, gibt es jetzt auf Youtube zu sehen. Obwohl nicht explizit erwähnt, legt diese Doku doch nahe, dass es manchmal sinnvoll ist, der vollen emotionalen Bandbreite von uns Menschen, Raum zu geben. Eine Einladung an alle, die sich gerade Fragen stellen, ob es Sinn macht, das eine oder andere Präparat zu nehmen:

Viel Spass beim Gesund-bleiben,
Doc Ramadani