Podcast 032: Wann ist ein Mann ein Mann? – Doc Ramadanis Podcast Nr. 32

Dipl.-Psych. Christoph Schubert & Dr. Marco Ramadani

In Podcast Nr. 32 unterhalte ich mich mit meinem Kollegen Christoph Schubert über die Themen Mann-werden und Mann-sein. Ein interessanter Podcast nicht nur für Männer.

Immer wieder begegnen mir in meiner Praxis Themen, die mich in zweifacher Hinsicht betreffen: Kind- und Eltern-sein, Opfer- und Täter-sein, … Und oft ist es gut, beide Seiten kennen gelernt zu haben. Auch bei einem anderen Thema ist es gut, dass ich in zweifacher Hinsicht Einblicke bekomme, nämlich beim Thema Mann-sein.

In Podcast Nr. 32, dem ich den Titel „Wann ist ein Mann ein Mann?“ gegeben habe, unterhalte ich mich mit meinem geschätzten Kollegen, Dipl.-Psych. Christoph Schubert, genau über dieses Thema. Christoph wie ich begleiten tagtäglich Männer, die sich mit dem Thema beschäftigen. Und dabei kommen wir natürlich auch immer in Kontakt mit unseren eigenen Entwicklungsmöglichkeiten. Was liegt also näher als uns im Vieraugengespräch einmal über das Thema „Mann-sein“ zu unterhalten und uns über unsere gegenseitigen Erfahrungen auszutauschen. Und der Internetgemeinde bieten wir an, sich im geschützen Raum der Anonymität des Internets ein eigenes Bild zu machen.

Persönlich habe ich wieder unheimlich vom Austausch mit Christoph profitiert und fühle mich durch die Erfahrungen von Christoph sehr bereichert. Aber macht Euch selbst ein Bild.

Hier könnt Ihr Euch den Podcast direkt anhören:

Wer sich die MP3-Datei lieber herunterladen möchte, kann den folgenden Link benutzen:
Podcast 032: Wann ist ein Mann ein Mann? (485 Downloads)

Wer die Begleitung von Christoph Schubert persönlich in Anspruch nehmen und mit ihm persönlich in Kontakt treten möchte, findet alle Informationen auf seiner Homepage oder kann Christoph Schubert unter folgenden Kontaktdaten erreichen:

Christoph Schubert
Sandstr. 2
89231 Neu-Ulm
Tel: 0731-9458826
http://www.psycho-praxis-ulm.de

Viel Spass beim Mann-werden und Mann-sein,
Doc Ramadani

PS.: Alle Podcasts zum Download als MP3-Dateien findet man hier.


Im virtuellen Hörsaal von den Größen lernen

Bernd Ulrich (links) vom Auditorium-Netzwerk

Bernd Ulrich (links) vom Auditorium-Netzwerk

Immer wieder fragen mich Interessierte, Hospitanten und Studenten, wo man denn etwas über die Konzepte lernen kann, nach denen ich arbeite. Generell empfehle ich Interessierten, die über die entsprechenden Voraussetzungen verfügen eine systematische Ausbildung bei den großen Fachgesellschaften, wie der Milton-Erickson-Gesellschaft (MEG) oder der deutschen Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie (DGH). Wer ein besonders modernes Bild von Hypnotherapie vermittelt bekommen möchte, dem würde ich hier beispielsweise das Ausbildungsangebot des Milton-Erickson-Instituts in Heidelberg ans Herz legen.

Wer nicht den Zugang zum Ausbildungsprogramm der großen Fachgesellschaften hat oder sich darüber hinaus weiterbilden möchte, kann den phantastischen Service des Auditorium Netzwerks nutzen. Unter dem Auditorium-Netzwerk verlegt Bernd Ulrich seit mehr als 18 Jahren Aufzeichnungen aus Hörsälen, von Fortbildungskursen und Kongressen. Am Anfang von Auditorium Netzwerk stand die Erfahrung, dass die Vermittlung von Wissen über das Ohr anders als über das Auge sein würde: intensiver, persönlicher, intimer. Über die Jahre ist eine immense Sammlung an wirklich beeindruckenden Mitschnitten entstanden. Wer möchte, kann sich im heimischen, virtuellen Hörsaal von vielen Größen der lösungsorientierten, hypnotherapeutischen, hypnosystemischen und systemischen Konzepte inspirieren lassen. Doch auch aus anderen therapeutischen Schulen finden sich echte Schmuckstücke im Programm des Auditorium Netzwerks, dass durch Beiträge zu spirituellen Themen und vielen anderen Fragen des Lebens (Familie, Partnerschaft, Erziehung) abgerundet wird.

Wer mich nach einigen Empfehlungen fragen würde, dem könnte ich folgende Titel des Auditorium Netzwerks nennen, die jedem zu einem unschlagbaren Preis Zugang zu erweiternden Sichtweisen ermöglichen:

Gunther Schmidt, Einführung in die Ericksonsche Hypnotherapie, Komplett-Set: Ein komplettes Ausbildungs-Curriculum des Milton-Erickson-Instituts Heidelberg mit Gunther Schmidt auf 42 CDs.

„Das Duo“ (Bernhard Trenkle & Gunther Schmidt), Hypnotherapie als Gesamtkunstwerk: Geballte hypnotherapeutische Angebote von Bernhard Trenkle und Gunther Schmidt auf 17 CDs.

Gunther Schmidt, Systemische und hypnotherapeutische Konzepte für Organisationsberatung, Coaching & Persönlichkeitsentwicklung: Komplettes Ausbildungsserminar mit Gunther Schmidt auf 75 CDs.

Steve de Shazer & Insoo Kim Berg, Kurzzeittherapie – Von Problemen zu Lösungen: Knapp 6-stündiger Workshop-Mitschnitt zur Einführung in die lösungsorienterte Kurzzeittherapie.

Dirk Revenstorf, Interventionsmethoden in der Psychotherapie: Knapp 15-stündiger Mitschnitt der Vorlesung an der Universität Tübingen aus dem Jahr 1999.

Doch auch viele andere meiner Ausbilder, die mich sehr geprägt haben und denen ich eine umfassende Erweiterung meines Verständnisses von Hypnotherapie zu verdanken habe, sind mit tollen Workshops im Auditorium Netzwerk vertreten: Ortwin MeissPaul Janouch, Walter Bongartz, Jeffrey K. Zeig, Stephen Gilligan, Roland Kachler, Philip J. Zindel und viele mehr.

Ich bin der Meinung, dass diese Mitschnitte eine persönliche Ausbildung nicht ersetzen können, da im Rahmen einer persönlichen Ausbildung viele eigene Fragen und Übungen eine wichtige Rolle spielen, aber diese Mitschnitte bieten eine wunderbare Möglichkeit, sich auch im heimischen Hörsaal inspirieren zu lassen. Außerdem kann man damit auch in den Genuss von Vorträgen oder Workshops kommen, die man beispielsweise aus terminlichen Gründen nicht genießen konnte. Schließlich schaffe es selbst ich nicht, jede Woche auf Weiterbildung zu sein.

Viel Spass beim im-eigenen-Hörsaal-weiterbilden-lassen,
Doc Ramadani


Das Geheimnis des Mr. B

Gregg Breinberg, alias Mr. B, Musiklehrer an der staatlichen Grundschule PS22 in Staten Island, New York, kann sich vor Anfragen großer Stars und Produzenten kaum noch retten. Warum? – Sein Kinderchor stürmt seit geraumer Zeit die Youtube-Charts und viele Stars und Sternchen möchten sich gerne mit den vermeintlichen Underdogs zeigen, die für viele Menschen im Internet schon echten Kult-Status erreicht haben. Aber macht Euch selbst ein Bild von Mr. B.’s Chor:

Ist es nicht absolut beeindruckend, wie diese Kinder unbefangen, voller Freude und befreit singen, tanzen und sich freuen? – Wie schafft es Gregg Breinberg aus scheinbar unscheinbaren Underdogs echte Internetstars zu machen? – Er hat ein Geheimnis: er begeistert die Kinder. Er involviert sie emotional. Mr. B. reisst sie mit und verhilft diesen jungen Menschen, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Welche Potentiale Begeisterung freisetzen kann, hat Prof. Dr. Gerald Hüther <a title=“Prof. Dr. Gerald Hüther über Begeisterung “ href=“http://energiebrief.dr-ramadani.de/anregungen-fur-gehirnbenutzer“>in einem seiner vielfältigen Vorträge</a> sehr eindrücklich erklärt.

Für mich ist Mr. B. weit mehr, als ein gewöhnlicher Musiklehrer: er ist Motivationstrainer, Coach, Therapeut und Freund. Einen Einblick in die Arbeit von Mr. B. bietet folgende Reportage:

Ich wünsche mir, dass es immer mehr Menschen gibt, die die Stärken, Ressourcen und Einzigartigkeiten unserer Kinder erkennen und ihnen helfen, sich frei zu entfalten.

Viel Spass beim Begeistern,
Doc Ramadani


Gelesen: Willenskraft – Warum Talent gnadenlos überschätzt wird – Christian Bischoff

Da beschäftige ich mich jeden Tag damit, Menschen dabei zu helfen, Ihre unbewussten Stärken wieder zu erkennen und diese unwillkürlich im Alltag wieder spüren zu können … und da höre ich im Radio ein Interview mit Christian Bischoff, der sagt, dass man mit seinem Willen mehr erreichen könne, als man sich bewusst sei. Und er würde das in seinem Buch erläutern. Das hat mich sehr neugierig gemacht und ich habe das Buch:

Willenskraft: Warum Talent gnadenlos überschätzt wird

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4.3 von 5 Sternen (74 customer reviews)

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bereits vor einigen Wochen gelesen. Die Äußerung, „dass man mit seinem Willen mehr erreichen könne, als man sich bewusst sei“, hat mich vor allem deswegen sehr neugierig gemacht, da ich es in meiner tagtäglichen Arbeit ja gerade erlebe, dass sich Menschen eine Änderung in ihrem Leben wünschen und schon so vieles probiert haben, um dieses Ziel zu erreichen, aber es einfach nicht gelingen mag. Ich erlebe es immer wieder so, dass es keinerlei Zweifel am Willen zur Veränderung gibt. Und zugleich: es scheint nicht so einfach zu sein. Und jetzt behauptet da wieder jemand, dass man es nur richtig wollen müsse und dann würde es schon klappen.

Na ja, dem aufmerksamen Leser meiner Rezension könnte es schon aufgefallen sein, dass ich dem Buch schon ein wenig ambivalent begegnet bin. Und … ich wurde äußerst positiv überrascht. Mit ganz eigenen Metaphern und Begriffen schafft es Christian Bischoff, uns seine eigenen Erkenntnisse näher zu bringen. Bei vielen Ideen dachte ich „Na ja, das ist ja nichts Neues“, aber ich war nahezu auf jeder Seite darüber überrascht, wie es Christian Bischoff schafft, so ein Gefühl von „Ja, Du kannst auch etwas ändern“ in mir hervorzurufen.

Christian Bischoff lädt uns dazu ein, aus dem Gesellschaftsspiel auszusteigen, in dem wir unser Leben an Wertvorstellungen und Konventionen anderer Menschen ausrichten und zu einem eigenen, Bewusstseins-bestimmten Leben zu finden … und … versteht es dabei zugleich, uns seine ganz persönlichen Erfahrungen aus seiner Laufbahn als Basketballspieler und -trainer näher zu bringen und uns damit dafür zu begeistern, Dinge in unserem eigenen Leben zu ändern. Was mir an diesem Buch gefällt? – Es ist gespickt mit prägnanten, hilfreichen Geschichten und Episoden aus dem Leben von Christian. Und diese Schilderungen geben Kraft. Keine Techniken, die man einfach nur anwenden müsse und schon würde es funktionieren, sondern gelebte Erfahrungen und motivierende Anekdoten, beim Lesen derer ich mich immer wieder dabei ertappt habe, wie eine innere Stimme zu mir gesagt hat: „Genau! Und Du kannst das auch!“.

Einige Rezensenten auf Amazon bemerken, dass es sich bei diesem Buch um eine Selbstdarstellung von Christian Bischoff handele, die doch recht „narzisstisch akzentuiert“ sei. Ich sehe das ganz anders. Christian Bischoff lässt uns an seinen eigenen Erfahrungen teilhaben und versteht es dabei, uns zu motivieren, gewisse Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Ich empfinde das Buch als sehr positive Überraschung und kann es durchaus weiterempfehlen.

Viel Spass beim Motivierenlassen,
Doc Ramadani


Das Leben ist so einfach, kompliziert, manchmal brutal – und immer einmalig

Täglich leben wir unser eigenes Leben – mit all dem was dazugehört: Glücksmomenten, Schwierigkeiten, Herausforderungen, Aufgaben, Erfolgen, Rückschlägen. Und diese Erfahrungen formen unsere Sichtweise für das Leben – das eigene Leben.

Wie würden wir jedoch unser eigenes Leben betrachten, wenn wir andere Erfahrungen gemacht haben könnten. Wenn uns etwas dabei helfen würde, die Sichtweise auf unser Leben zu erweitern, so als hätten wir mehr Überblick. Manchmal gelingt uns das in kurzen Momenten, beispielsweise wenn wir vom Schicksal anderer Menschen erfahren, oder sogar daran teilhaben können, manchmal teilhaben müssen.

Youtube hat im vergangenen Jahr ein einzigartiges Projekt gestartet: Life I A Day. Menschen in der ganzen Welt waren aufgerufen, am 24. Juli 2010 zu filmen, was ihnen wichtig ist. 80.000 Filme (4500 Stunden Material) aus 192 Ländern wurden eingeschickt und in fünf Monaten zu einem 90-minütigem Film geschnitten. Drei Fragen wurden gestellt: Was liebst du? Was hast du in der Tasche? Was fürchtest du? – Ein sehr beeindruckender Film.

Und das schreibt Youtube dazu:

Ein Blick auf alle Kontinente, in 190 Länder, in unzählige Leben: Das globale Filmprojekt bringt über YouTube hochgeladene Privatvideos verschiedenster Kulturen zusammen, zeigt Schicksale und Alltagssituationen hautnah und authentisch.

Die Filmemacher und das Internet-Videoportal Youtube riefen dazu auf, Augenblicke des Alltags am 24.07.2010 zu filmen und die Clips einzuschicken. Drei Fragen hatten sie dazu gestellt: Was liebst du am meisten? Was fürchtest du am meisten? Und was befindet sich in deiner Tasche? Menschen aller Altersklassen und Schichten aus 192 Ländern sandten 4.500 Stunden Filmmaterial ein. Daraus wurden mosaikartig und in der Abfolge eines Tagesablaufs Ausschnitte zusammengefügt. Gezeigt werden alltägliche Situationen wie Zähneputzen, die Zubereitung von Mahlzeiten, religiöse Rituale, Reisernte, Spielen oder das Hüten von Ziegen, aber auch besondere Momente wie Geburten, Hochzeitsfeiern oder die erste Rasur. Dabei zeigt sich die ganze Bandbreite menschlicher Emotionen, von Streit und Gewaltausbrüchen über Langeweile, gemeinsamem Scherzen und gegenseitigem Trost bis hin zu Liebesgeständnissen und Heiratsanträgen.

Ich kann Euch nur empfehlen, Euch die anderthalb Stunden Zeit zu nehmen, um Euch diesen beeindruckenden Film anzusehen. Für mich ist dieser Film auch wieder einmal ein Beleg dafür, dass das Internet uns vieles Interessantes und Bereicherndes bieten kann.

 

Viel Spass beim Leben,
Doc Ramadani


Manche Weisheiten sind ganz einfach …

Manchmal könnte man den Eindruck haben, dass das Leben ganz schön verworren sein kann. Und ja, öfters sind die Dinge und Situationen, die sich uns stellen, wirklich schwierig. Wenn wir manchmal zurückblicken auf das, was wir schon alles erlebt haben, dann kann uns das helfen, zu erkennen, dass wir auch die aktuellen Dinge bewältigen können. Und manchmal sind die Weisheiten, die wir daraus ziehen können, ganz einfach.

 

Viel Spass beim Sonnencreme-benutzen,
Doc Ramadani


Ein besonderes Geschenk

Eine weise Frau reiste durch die Berge. Eines Tages fand sie dort in einem Bachlauf einen sehr, sehr wertvollen Stein.

Am nächsten Tag traf sie einen anderen Wanderer. Der Mann war hungrig und die weise Frau öffnete ihre Tasche, um mit ihm ihr Brot zu teilen. Der Wanderer sah den wundervollen Stein in der Tasche. „Gib mir den Stein“ sagte er. Die Frau reichte dem Mann ohne jedes Zögern den Stein. Der machte sich schnell davon, denn ihm war klar, dass der Stein sehr, sehr wertvoll war und dass er nun den Rest seines Lebens sorgenfrei verbringen konnte.

Einige Tage später kam der Mann jedoch zurück zu der weisen Frau und gab ihr den Stein wieder.  „Ich habe nachgedacht.“ sagte er. „Ich weiß, wie wertvoll dieser Stein ist. Aber ich gebe ihn dir zurück. Das tue ich in der Hoffnung, dass du mir etwas viel Wertvolleres dafür schenken kannst. Bitte gib mir etwas davon, was es dir möglich machte, mir diesen Stein zu schenken.“

Viel Spass beim Loslassen,
Doc Ramadani

PS.: An dieser Stelle einmal wieder vielen Dank an Yves aus Luxembourg für diese tolle Geschichte.


Gelesen: Gerald Hüther, Männer – Das schwache Geschlecht und sein Gehirn

Männer - Das schwache Geschlecht und sein Gehirn

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4.4 von 5 Sternen (28 customer reviews)

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Die Themen Mannwerden und Mannsein beschäftigen mich beruflich fast täglich – natürlich aber auch persönlich. Schließlich gehöre ich auch zu dem Geschlecht, das sich in genau 20 Genen von den Frauen unterscheidet. Und da es nicht unbedingt leicht ist, in diesen Zeiten seine Rolle als Mann zu finden, empfiehlt es sich, sich hier und da Tipps von erfahrenen Männern zu holen und deren Bücher zu lesen. Diesmal habe ich mir von Gerald Hüther, dessen Vorträge mich schon immer sehr begeistert haben, durch sein Buch „Männer – Das schwache Geschlecht und sein Gehirn“ einiges erklären lassen.

Als Neurobiologe und Hirnforscher erklärt uns Prof. Dr. Gerald Hüther, warum das männliche Geschlecht überhaupt notwendig wurde und sich die ungeschlechtliche Fortpflanzung in der Natur nicht als alleiniger Weg zur Vermehrung durchgesetzt hat. Sehr anschaulich schildert er dabei, welchen Vorteil es für die Natur hatte, das männliche Geschlecht zu entwickeln. Es geht also darum, warum es uns Männer überhaupt gibt. Im folgenden erklärt und Gerald Hüther dann, wozu wir da sind. Warum wir einerseits entbehrlich sind, aber andererseits auch dringend gebraucht werden. Weiter geht es darum, was bei Männern anders ist und warum wir so werden, wie wir sind. Immer wieder erläutert uns Prof. Hüther hierbei, wie sich dies mit der Entwicklung und Funktion unseres „männlichen“ Gehirns erklären lässt.

Wundervoll anschaulich und mit interessanten Beispielen zeigt Gerald Hüther uns Männern, was uns so besonders anders macht und welche Aufgaben die Natur für uns vorgesehen hat. Vieles lässt sich dadurch besser verstehen. Fast versöhnlich, dass es einfach in der uns zugedachten Funktion begründet ist, dass wir einerseits um Liebe und Anerkennung kämpfen und andererseits ständig an unsere Grenzen gehen, diese teilweise sogar überschreiten und die Autonomie suchen – und das es weder allein unsere genetischen Anlagen, noch allein die soziokulturellen Faktoren sind, die uns zu dem machen, was wir sind – eben Männer. Ausgestattet mit diesem Wissen nimmt uns Gerald Hüther mit auf eine Zeitreise durch ein Männerleben und erläutert uns, wie sich diese Erkenntnisse in den 12 Entwicklungsstufen eines Mannes nutzen lassen, um zu einem ausgewachsenen und erwachsenen Mann zu werden.

Fazit: Gerald Hüther hat ein sehr interessantes und zugleich lehrreiches Buch über Männer geschrieben. Ein Buch, das für Männer und Frauen gleichermaßen lesenswert ist, auch wenn oder gerade weil sie so unterschiedlich sind. Sein vielfältiges Wissen über die Neurobiologie kombiniert er auf leicht verständliche und oft erheiternde Art und Weise mit philosophischen Fragen rund ums Mannsein. Nach der Lektüre des Buches fühle ich mich fast ein wenig versöhnt mit mir und meinem Dasein als Mann.

Viel Spass beim Mannsein,
Doc Ramadani


Niemals Gewalt

Alle Kinder dieser Erde lieben Astrid Lindgren (geboren 1907 in Schweden). Aber auch den Erwachsenen hat die „Mutter“ von Pippi Langstrumpf Bedenkenswertes zu sagen:

Jetzt werde ich eine kleine Geschichte erzählen. Ich hörte sie selbst vor langer Zeit, eine alte Dame erzählte sie mir, und ich habe sie niemals vergessen. Sie ging so – wenn ich mich recht erinnere: Ich war jung zu jener Zeit, als fast alle Kinder oft geschlagen wurden. Man hielt es für nötig, sie zu schlagen, denn sie sollten artig und gehorsam werden. Alle Mütter und Väter sollten ihre Kinder schlagen, sobald sie etwas getan hatten, von dem Mütter und Väter meinten, daß Kinder es nicht tun sollten.

Mein kleiner Junge, Johan, war ein artiger und fröhlicher kleiner Kerl, und ich wollte ihn nicht schlagen. Aber eines Tages kam die Nachbarin zu mir herein und sagte, Johan sei in ihrem Erdbeerbeet gewesen und habe Erdbeeren geklaut, und bekäme er jetzt nicht seine Schläge, würde er wohl ein Dieb bleiben, ein Leben lang. Mit Muttern ist es nun einmal so, daß ihnen angst und bange wird, wenn jemand kommt und sich über ihre Kinder beschwert.

Und ich dachte: Vielleicht hat sie recht, jetzt muß ich Johan wohl eine Tracht Prügel verpassen. Johan saß da und spielte mit seinen Bausteinen – er war ja damals erst fünf Jahre alt -, als ich kam und sagte, daß er nun Prügel bekäme und daß er selbst hinausgehen sollte, um eine Rute abzuschneiden. Johan weinte, als er ging. Ich saß in der Küche und wartete. Es dauerte lange, bis er kam, und weinen tat er noch immer, als er zur Tür hereinschlich. Aber eine Rute hatte er keine bei sich.

„Mama“ sagte er schluchzend, „ich konnte keine Rute finden, aber hier hast du einen Stein, den du auf mich werfen kannst!“ Er reichte mir einen Stein, den größten, der in seiner kleinen Hand Platz fand. Da begann auch ich zu weinen, denn ich verstand auf einmal, was er sich gedacht hatte: Meine Mama will mir also weh tun, und das kann sie noch besser mit einem Stein.

Ich schämte mich. Und ich nahm ihn in die Arme, wir weinten beide soviel wir konnten, und ichdachte bei mir, daß ich niemals, niemals mein Kind schlagen würde. Und damit ich es ja nicht vergessen würde, nahm ich den Stein und legte ihn in ein Küchenregal, wo ich ihn jeden Tag sehen konnte, und da lag er so lange, bis Johan groß war. Dieb wurde keiner aus ihm. Das hätte ich gern meiner Nachbarin erzählen mögen, aber sie war schon lange fortgezogen. Ja, so sprach die alte Dame, die mir dies alles erzählte, als ich noch sehr jung war.

Und ich weiß noch, daß ich mir dachte: Ich werde meine Kinder auch nicht schlagen, sollte ich welche bekommen. Ich bekam zwei Kinder und ich schlug sie niemals. Trotzdem wurden gute Menschen aus ihnen. Und auch sie schlagen ihre Kinder nicht.

Warum erzähle ich das alles?

Es sollte ja vom Frieden die Rede sein. Ich glaube, das tut es auch. In gewisser Weise. Immer noch gibt es viele Mütter und Väter auf der Welt, die ihre Kinder schlagen und glauben das sei gut. Sie meinen, Kinder würden artig und gehorsam durch Schläge. Aber statt dessen werden sie zu solchen Menschen, die gerne selber andere schlagen und weitermachen damit, wenn sie groß sind. Denn wie sollte einer, der sich als Kind an die Gewalt gewöhnt hat, zu einem friedlichen Menschen heranwachsen?

Und wie soll es Frieden geben in der Welt, wenn es keine friedfertigen Menschen gibt? Zu Hause, in den Wohnungen, muß der Friede beginnen. Ich glaube, es wäre gut, wenn ein Stein in den Küchenregalen läge, fast überall auf der Welt, als Erinnerung: Schluß mit Gewalt!

Ich kenne eine Menge Staatsmänner und Politiker, die einen solchen Stein auf dem Küchenregal haben sollten. Aber dann würden sie vielleicht bloß die Steine nehmen und hinausgehen und einander die Schädel damit einschlagen. Denn glaubt man an Gewalt, dann handelt man auch so!

(Festrede, gehalten in der Frankfurter Paulskirche anläßlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, 1978)

Ich danke wieder Monika für die eMail mit dieser Rede.

Viel Spass beim Stein-ins-Regal-legen,
Doc Ramadani