Der arme Tropf und das große Glück

Der arme Tropf ist wirklich ein armer Kerl – er hat nichts und niemanden. Tagein, tagaus ist er auf der Suche nach dem großen Glück. Und so geht er durch sein Leben und fragt alle Menschen, denen er begegnet, wie man wohl das große Glück findet. Doch keiner kann ihm eine Antwort geben. Nachdem er wirklich alle und jeden gefragt hat, sagt er sich: „Wenn Schmidtchen mir nicht weiterhelfen kann, dann gehe ich eben zu Schmidt!“. Und so macht er sich auf den Weg zum Chef – dem lieben Gott. Und da der arme Tropf keine Ahnung hat, wo dieser zu finden ist, geht er einfach mal so drauf los, immer der Nase nach. Und so geht er seines Weges, durch Täler, weite Landschaften, über Berge und Hügel.

Nach einiger Zeit erreicht er eine dürre Ebene, die in eine Wüste mündet. Dort begegnet ihm ein völlig ausgehungerter und abgemagerter Wolf, der ihn mit großen Augen anschaut und ihn fragt: „Hey, sag mal, wer bist denn Du? Und was machst Du hier?“. „Ich bin der arme Tropf.“ antwortet der arme Tropf wahrheitsgemäß. „Ich bin auf dem Weg zum lieben Gott.“ Ziemlich erstaunt über die Antwort, fragt ihn der Wolf, was er denn von dem wolle und der arme Tropf beginnt zu erzählen, wie mühevoll und freudlos sein Leben sein. In epischer Breite erzählt er, was ihm so alles passiert ist und wie lange er schon das große Glück sucht. Angesichts der deprimierenden Geschichte des armen Tropfs, scheint der abgemagerte Wolf noch weiter in sich zusammen zu fallen und meint schließlich: „Du armer Tropf, also wenn ich mir das so alles anhöre, dann … na ja, wenn es einer verdient hat, den lieben Gott zu treffen und endlich das große Glück zu finden, dann sicherlich Du. Ich drücke Dir auf jeden Fall alle meine vier Pfoten. Und, sag mal, wenn Du ihn triffst, könntest Du vielleicht auch für mich beim ihm vorsprechen? Denn, schau mich an, ich bin ganz abgemagert und hier gibt es weit und breit nichts zu fressen. Ich bin nur noch Haut und Knochen.“ Der arme Tropf willigt ein: „Natürlich, kein Problem. Wenn ich den lieben Gott treffe, dann will ich gerne auch um einen Rat für Dich bitten.“ Und so verabschieden sich die beiden und der arme Tropf geht weiter seines Weges.

Unser Glücksuchender geht einfach weiter der Nase nach. Durch Wälder und Buschlandschaften, entlang dem Bett breiter Flüsse und durch üppige Wiesen. Nach drei Tagen kommt er an einem Hügel vorbei, auf dem ein herrschaftliches Haus steht, umgeben von großzügigen Ländereien und mit einem großen, prachtvollem Garten. Vor dem Haus sitzt eine wunderschöne, junge Frau. Sie winkt ihm zu – schließlich verirrt sich nur selten jemand in diese einsame Gegend. Sie ist richtig erfreut, den armen Tropf zu sehen und als er vor ihr steht, fragt sie ihn, wer er denn sei und was er hier wolle. Der Unglücksrabe antwortet wieder, dass er der arme Tropf und auf dem Weg zum lieben Gott sei. Auf die Frage, was er denn vom lieben Gott wolle, beginnt der arme Tropf wieder zu erzählen, dass sein Leben eine Aneinanderreihung von Unglücken und Missgeschicken sei und dass er schon so lange das große Glück suche. Und wie er so erzählt und erzählt, wird der Blick der wunderschönen, jungen Frau immer mitfühlender und mitleidvoller. Schließlich sagt sie: „Ach, Du armer Tropf, meine Güte, wie hast Du nur so lange bei all dem Unglück durchgehalten. Das ist ja kaum zu ertragen. Also, wenn es jemand verdient hat, den lieben Gott zu treffen und das große Glück zu finden, dann Du! Ich drücke Dir auf jeden Fall ganz fest die Daumen. Und … sag mal, wenn Du den lieben Gott dann triffst, würde es Dir etwas ausmachen, auch einmal für mich zu fragen? Schau mich an, ich bin eine junge Frau und lebe ganz allein in diesem großen Haus mit all den Ländereien und dem großen Garten. Das alles haben mir meine Eltern vererbt, die, Gott hab‘ sie selig, schon verstorben sind. Ich schaffe es gar nicht, das alles zu bewirtschaften und manchmal, manchmal bin ich ein wenig einsam.“ Der arme arme Tropf willigt gerne ein: „Natürlich kann ich auch für Dich beim lieben Gott vorsprechen und um einen Rat für Dich bitten.“ Sie strahlt ihn mit ihrem wunderschönen Lächeln an und sie verabschieden sich. Mit einem Glänzen in den Augen winkt sie ihm nach.

Und so geht unser Unglücksritter weiter seines Weges – immer der Nase nach. Er kommt vorbei an großen Kornfeldern, durchwandert felsige Schluchten, geht auf üppigen Hochebenen und schließlich, nach drei weiteren Tagen erreicht er ein Moor. Inmitten dieses Moores liegt ein Teich. Und mitten in diesem Teich steht eine Eiche. Sie ist groß gewachsen und hat dicke Äste, aber sie ist total verdorrt – kein Blatt hängt mehr an ihren Ästen und Zweigen, die Rinde ist knochentrocken. Und dennoch, die Eiche kann sprechen und fragt unseren Glücksuchenden: „Hallo, Du da, am Ufer des Teiches, wer bist Du? Und, vor allem, was machst Du hier draußen?“ Nicht einmal besonders verwundert antwortet unser armer Tropf und beginnt sofort wieder davon zu erzählen, was der Grund für seine Reise ist und dass er auf dem Weg zum lieben Gott sei und hoffe, endlich das große Glück zu finden. Er berichtet in allen Einzelheiten über all die Mühsale seines Lebens und all das Unglück, dass sich in genau diesem zu seinen Ungunsten zu konzentrieren scheine. Je länger der arme Tropf erzählt, desto mehr scheint die Eiche die Äste hängen zu lassen. Schließlich unterbricht die Eiche unseren armen Tropf und sagt: „Ach, Du armer Tropf, meine Güte, das ist ja alles tragisch. Also, wenn es wohl jemand verdient hat, den lieben Gott zu treffen und endlich das große Glück zu finden, dann Du! Also, ich drücke Dir wirklich alle Äste, dass es klappt. Für Dich würde es mich richtig freuen. Aber, sag mal, wenn Du den lieben Gott triffst, würdest Du dann auch für mich nachfragen? Schau mich an, ich bin eine stattliche, kräftige Eiche und stehe mitten in diesem großen Teich, aber kein Wasser kommt an meine Wurzeln – ich bin schon total ausgedorrt!“ Bereitwillig sagt der arme Tropf zu und die beiden verabschieden sich. Die Eiche winkt dem armen Tropf noch mit ihren trockenen Ästen hinterher.

Und so geht der Held dieser Geschichte weiter seiner Nase nach – immer auf dem Weg zum lieben Gott. Und in der Tat, nach drei weiteren Tagen trifft er ihn. Der liebe Gott schaut ihn an und fragt: „Hey, Du da, wer bist denn Du?“ „Ach komm, tu nicht so … !“ „Okay, okay, aber was führt Dich zu mir, armer Tropf?“ Der arme Tropf beginnt wieder aus seinem Leben zu erzählen und klagt dem lieben Gott sein Leid. Er nutzt die Chance und lässt nichts aus. All das Unglück, das ihm anhaftet, benennt er. Der liebe Gott hört ihm aufmerksam zu. Schließlich ergreift der liebe Gott das Wort und sagt: „Ich sehe schon, Dir muss geholfen werden. Ich weiss was Dir hilft.“ „Du weisst, was mir hilft, endlich das große Glück zu finden?“ „Ja, es ist ganz einfach: geh‘ genau den selben Weg zurück und Du wirst garantiert das große Glück finden!“ Etwas ungläubig fragt der arme Tropf nochmals nach: „Wie? Ich soll genau den selben Weg zurück gehen und ich werde garantiert das große Glück finden?“ „Ja, geh‘ genau den selben Weg zurück und Du wirst garantiert das große Glück finden.“ Der arme Tropf kann es kaum fassen. Nach all den Jahren soll es nun also soweit sein. Er wird endlich das große Glück finden. Er spürt die Zuversicht in sich aufsteigen. Er merkt richtig, wie er sich aufrichtet und sich dieses gute, positive Gefühl in ihm ausbreitet. Er kann es nun kaum erwarten, seinen Rückweg anzutreten, um endlich das große Glück zu finden. Doch bevor er sich letztlich auf den Weg macht, erinnert er sich an seine drei Bekannten, die ihm auf seinem Weg begegnet sind. Und er erinnert sich auch daran, dass er versprochen hat, auch für seine drei Bekannten beim lieben Gott vorzusprechen. Und so fragt er: „Lieber Gott, ich habe auf meinem Weg drei Bekannte getroffen, die haben mich gebeten, Dich auch für sie um Rat zu bitten. Hättest Du da auch einen Tipp?“ „Klar, schieß los!“ Und so berichtet der arme Tropf, was ihm seine drei Bekannten erzählt haben und erhält für jeden von Ihnen einen Ratschlag. So ausgerüstet macht sich der arme Tropf auf den Rückweg – voller Zuversicht und voller Elan macht er sich auf, endlich das große Glück zu finden. Und so geht er … genau den selben Weg zurück, wie es ihm der liebe Gott geraten hat.

Nach drei Tagen erreicht er wieder das Moorgebiet. Die Eiche sieht ihn schon von weitem und beginnt mit ihren Ästen zu winken. Als der arme Tropf das Ufer des Teichs erreicht, fragt die Eiche ihn erwartungsvoll: „Und? Wie war es? Hast Du den lieben Gott getroffen?“ „Ja, habe ich. Und es ist einfach toll … der liebe Gott hat mir verraten, was ich tun muss, damit ich endlich das große Glück finde. Ich kann es kaum erwarten. Endlich, nach dieser langen Zeit. Ich bin total aufgeregt.“ „Ja, was hat er denn gesagt?“ „Ich soll einfach genau den selben Weg zurück laufen und ich werde garantiert das große Glück finden.“ „Mensch, armer Tropf, das freut mich ja riesig für Dich. Und weißt Du was? Du hast es wirklich verdient. Da traue ich mich ja kaum zu fragen, ob Du Dich angesichts all der Vorfreude daran erinnert hast, auch für mich zu fragen.“ „Klar habe ich mich daran erinnert.“ „Und was hat der Chef gemeint?“ „Hör zu! Der liebe Gott hat mir gesagt, dass ich Dir folgendes sagen soll: vor einigen Jahren wurden zwei große Truhen voll mit Gold und Edelsteinen in diesem Teich versenkt und diese beide schweren Schatztruhen drücken Dir die Wurzeln ab. Das ist aber kein Problem, denn es wird ein Mann vorbeikommen und die beiden Schatztruhen heben und mitnehmen. Dann werden Deine Wurzeln wieder mit Wasser versorgt und Du wirst wieder ergrünen. Sicherlich ist es bald soweit. Und ich gehe jetzt auch weiter meines Weges, denn ich will auch möglichst schnell das große Glück finden. Also,mach’s gut!“ Und so verabschieden sich die beiden und der arme Tropf geht weiter seines Weges – genau den selben Weg zurück.

Und so geht der arme Tropf weiter und nach drei Tagen kommt er wieder an den Hügel vorbei, auf dem die wunderschöne, junge Frau vor ihrem herrschaftlichen Haus mit den großen Ländereien und dem prachtvollen Garten wartet. Sie sieht den zuversichtlich marschierenden Wandersmann und erkennt den armen Tropf gleich wieder. Sie freut sich über das Wiedersehen und winkt dem armen Tropf freudig zu. Als er schließlich vor ihr steht, fragt sie neugierig: „Und, wie war es? Hast Du den lieben Gott getroffen?“ „Na klar, netter Kerl, und er hat mir auch gleich gesagt, wie ich das große Glück finde. Ich bin schon ganz aufgeregt und kann es kaum erwarten, zu erfahren, wie sich mir das große Glück zeigt. Der liebe Gott hat mir nämlich gesagt, dass ich einfach genau den selben Weg zurück gehen soll und ich werde garantiert das große Glück finden.“ Die wunderschöne, junge ist voller Mitfreude: „Mensch, Du armer Tropf, das freut mich ja wirklich für Dich, dass Du endlich das große Glück finden wirst. Du hast es wirklich verdient. Ja, ehrlich, Du hast es wirklich verdient. Und … na ja, ich wage es ja fast nicht zu fragen … angesichts der Aufregung, hast Du doch sicherlich vergessen, den lieben Gott auch um einen Ratschlag für mich zu bitten, oder?“ „Weit gefehlt, wie könnte ich Dich vergessen, eine so wunderschöne, junge Frau. Natürlich habe ich auch für Dich nachgefragt.“ „Und? Was hat der liebe Gott gesagt?“ „Der liebe Gott hat mir gesagt, ich soll Dir sagen, dass Du nur zu warten brauchst. Bald kommt ein Mann vorbei, der zwei schwere Truhen voller Gold und Edelsteine mitbringt. Der wird sich in Dich verlieben und Ihr werdet bis zu Eurem Lebensende zusammen glücklich und zufrieden in diesem herrschaftlichen Haus leben. Also, sei neugierig, wann sich Dir das große Glück zeigt. Ich mach mich auch gleich weiter auf den Weg, ich kann es nämlich gar nicht mehr erwarten, endlich auch erfahren, wo ich das große Glück letztlich finde.“ Und so verabschieden sich die beiden und die wunderschöne, junge Frau winkt dem armen Tropf versonnen hinterher.

Nach weiteren drei Tagen nähert sich der arme Tropf wieder der Wüste, am Rande derer er dem abgemagerten Wolf begegnet ist. Der Wolf traut seinen Augen kaum und denkt sich innerlich: „Sag mal, das ist doch der arme Tropf? Den hätte ich ja nicht erwartet!“ Als der Glücksuchende näher kommt, fragt der Wolf den armen Tropf: „Und, hast Du den Chef getroffen?“ „Ja, es war toll, er hat mir gesagt, dass ich einfach nur den selben Weg zurück gehen soll und ich werde das große Glück finden.“ „Schön, freut mich für Dich. Und hast Du ihn auch wegen mir gefragt? Wie Du siehst, hat sich mein Ernährungszustand noch nicht gebessert.“ „Natürlich habe ich ihn gefragt. Und jetzt pass‘ auf. Der liebe Gott hat mir gesagt, ich soll Dir sagen: Kein Problem, nur ein wenig Geduld, dann kommt ein armer Trottel vorbei, der sein Glück nie finden wird, den kannst Du gerne fressen.“

(Diese Geschichte habe ich erstmals in einem Seminar über Humor und Provokation in der Therapie bei meinem Schweizer Kollegen Dr. Peter Hain gehört.)


Der Pechvogel und das große Glück

Ein in seinem bisherigen Leben glückloser, jüngerer Mann wollte endlich auch einmal Glück haben und machte sich auf, denjenigen zu suchen, der ihm sagen würde, wie er das große Glück machen könnte. Er fragte überall, wo er diesen weisen Menschen finden würde und gab einfach nicht auf, bis ihm schließlich einer sagte, „da musst du den Berg hinaufsteigen und ziemlich weit oben findest du eine Hütte. Dort lebt ein alter weiser Mann, der dir – so hab ich mir es jedenfalls sagen lassen – beschreiben kann, wie man an das große Glück kommt.“

Der junge Mann machte sich schnurstracks auf den Weg und der Aufstieg war ziemlich mühsam. Aber was macht man nicht alles, um endlich auch einmal richtig Glück zu haben?

„Du willst also wissen, wie du ans große Glück kommst?“ begrüßte ihn der weise, alte Mann, als ob es dem armen Pechvogel ins Gesicht geschrieben war, wonach er suchte.

„Eigentlich ist es gar nicht so schwer, das große Glück zu machen“, meinte der Alte. „Also pass auf, du musst ungefähr sieben Tage wandern, bis du zu dem großen Wald kommen wirst, der weit hinter diesem Berg liegt“, und er zeigte mit der Hand Richtung Süden. „Wenn du da angekommen bist, geh direkt den breiten Weg in den Wald hinein. Dieser Weg führt dich auf eine ausgedehnte Lichtung, auf der drei große Felssteine liegen. Auf dieser Lichtung machst du drei große Feuer aus all dem Gehölz, das du dort finden kannst, und da wird viel Holz sein. Sobald die Feuer lichterloh brennen, rollst du die Felssteine hinein. Dazu brauchst du vielleicht etwas mehr Kraft, aber ich sehe ja, du bist kräftig und stark. Du schaffst das. Die Felssteine müssen vier Stunden lang in den Feuern brennen. Pass also gut auf, dass du genug Holz beisammen hast, damit du die Feuer am Brennen hältst.“
„Ja und dann?“ der Pechvogel war schon ganz aufgeregt. „Ganz einfach“, antwortete der Alte, „sobald die Felssteine genau vier Stunden in den Feuern gebrannt haben, werden sie zu Gold geworden sein, und du hast das große Glück gemacht.“

Der bisher nur vom Pech verfolgte Mann war begeistert, bedankte sich überschwänglich für die Informationen und stürmte los, stieg den Berg hinab und wanderte schnellen Schrittes Richtung Süden.

Das ist ja wirklich leicht, ans große Glück zu kommen, dachte er, und er war ganz beschwingt und sah schon die drei riesigen Goldklumpen vor seinem geistigen Auge. Doch am zweiten Tag seiner Wanderung kamen ihm plötzlich Zweifel. Das hört sich alles so einfach an, dachte er. Bestimmt hat mir der Alte irgendetwas nicht gesagt. Das kann doch gar nicht klappen, einfach nur Steine in Feuern brennen zu lassen, die dann zu Gold werden. Da ist bestimmt noch ein Trick dabei, den mir der alte Mann vorenthalten hat, und wenn ich den nicht weiß, kann ich mich noch so anstrengen und werde wieder Pech haben – so wie immer. Aber vielleicht stimmt es ja doch, vielleicht hat er mir alles gesagt, und es ist wirklich so einfach, meldete sich eine andere Stimme in ihm. Er war hin- und hergerissen. Aber irgendwie musste er sich entscheiden. Denn wenn er jetzt nicht umkehren würde, um den Alten zur Rede zu stellen, und die wichtige Information, die der ihm verschwiegen hatte, in Erfahrung zu bringen, würde er die weiteren fünf Tage völlig umsonst zu dem Wald wandern, um dann nur zu merken, dass es so nicht klappt. Und dann müsste er die sieben Tage wieder zurückwandern. Wenn er aber jetzt noch umkehrte und den Mann erneut befragte, würde er nicht so viele Tage umsonst vergeuden und käme schneller an das große Glück.

Und was machte der Pechvogel? Er kehrte um, wanderte zurück und stieg wieder auf den Berg bis zur Hütte hinauf. Der alte, weise Mann saß vor seiner Hütte und war völlig überrascht, „was, du bist schon wieder da? So schnell kann doch keiner bis zu dem großen Wald hin- und wieder zurücklaufen, auch wenn man auf der Jagd nach dem großen Glück ist. „Nein, nein“, unterbrach ihn der Pechvogel. „Du hast mir etwas verschwiegen. Da ist noch irgendein Trick dabei, dass die Steine wirklich zu Gold werden. Das ist doch viel zu leicht. Das kann doch jeder machen. Du hast mir nicht die volle Wahrheit gesagt.“ Der Alte schüttelte bedächtig mit dem Kopf. „Was willst du nur? Man sollte nicht immer alles wissen wollen. Manches, ja vielleicht sogar vieles, klappt auch, ohne alles zu wissen, weil eben manches, vielleicht auch vieles, so was wie von selbst geschieht.“ „Ich wusste doch, dass du mir etwas verschwiegen hast“, schimpfte der Pechvogel, „das ist richtig unfair von dir, aber wie gut, dass ich es gemerkt habe und doch noch zurückgekommen bin. Du musst mir jetzt alles sagen. Alles!“ „Es wäre bestimmt besser, wenn ich dir nicht alles sagen würde“, entgegnete der alte Mann. „Du willst mir nur nicht das große Glück gönnen. Da wärest du nicht der erste“, brüllte ihn der Pechvogel an.
„Beschimpfen lass ich mich nicht. Wenn du unbedingt willst, dass ich dir alles sage, Bitteschön, aber auf deine Verantwortung.“ „Ja, sag schon“, drängelte der Pechvogel. „Also pass auf. Du machst alles so, wie ich es gesagt habe. Und was ich dir nicht gesagt habe, was aber ganz wichtig ist: Während die Felssteine die vier Stunden in den Feuern brennen, darfst du unter keinen Umständen an Krokodile denken.“


Die wundervolle Geschichte hat Irina Schlicht (hypnotherapeutisch arbeitende Psychologin aus Berlin) mit Ihrem aktuellen Newsletter verschickt. Den Newsletter, den Ihr hier abonnieren könnte, möchte ich Euch wärmstens empfehlen. Irina Schlicht weißt in Ihrem Newsletter immer auf interessante Beiträge und Studien zum Thema Hypnotherapie hin.

Viel Spass beim das-große-Glück-suchen,
Doc Ramadani


Podcast 007: Wie werde ich glücklich? – Doc Ramadanis Podcast Nr. 7

„Doc, wie werde ich glücklich?“ Diese Frage wird mir von vielen Menschen, die mich in meiner Praxis besuchen, irgendwann einmal gestellt. Und ich finde, dass diese Frage absolut berechtigt ist, auch wenn sie, wenn überhaupt, nicht einfach zu beantworten ist.

In meinem Podcast Nr. 7 versuche ich Anregungen zu geben, wie wir es schaffen, dem Glücklichsein ein wenig näher zu kommen. Unterstützung finden wir dabei in einem sehr prominenten Büchlein, aus dem ich einige Passagen zitiere und kommentiere:

 

Wer sich die MP3-Datei lieber herunterladen möchte, kann den folgenden Link benutzen:
Podcast 007: Wie werde ich glücklich? (872 Downloads)

Viel Spass beim Zuhören,
Doc Ramadani

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