Herr Doktor, was habe ich?

Ein Mann kommt zum Arzt und sagt: „Herr Doktor, ich weiss nicht mehr weiter. Überall wo ich hinfasse, tut es mir weh.“

Er fasst sich ganz demonstrativ mit dem Zeigefinger an die Nase und sagt: „Meine Nase tut mir weh!“. Er fasst sich an das Kinn und sagt: „Mein Kinn tut mir weh!“. Als nächstes fasst er sich an das rechte Ohr und sagt: „Mein rechtes Ohr tut mir weh!“. Er fasst sich an den rechten Rippenbogen und sagt: „Meine Rippen tun mir weh!“. Und so geht es weiter mit dem Bauch, den Schulter, dem Becken, den Oberschenkeln, den Knien, den Unterschenkeln, den Sprunggelenken, den Füßen und den Zehen.

Der Arzt, sehr um die Gesundheit seines Patienten besorgt, beginnt, diesen gründlichst zu untersuchen. Er untersucht die Nase, das Kinn, das rechte Ohr, die Rippen, den Bauch, die Schultern, das Becken, die Oberschenkel, die Knie, die Unterschenkel, die Sprunggelenke, die Füße und die Zehen. Er führt etliche Funktionstests durch. Er beginnt in Fachbüchern zu lesen und weist seine Sprechstundenhilfe an, alle Termine für den Tag abzusagen. Er bildet etliche Hypothesen und verwirft diese wieder. Stellt Diagnosen und zieht Differentialdiagnose in Betracht – und verwirft diese dann wieder. Schließlich wendet er sich an den Patienten und meint: „Kommen Sie morgen wieder, ich muss nachdenken, sie sind ein schwieriger Fall.“ – Er grübelt die ganze Nacht.

Am kommenden Tag erscheint der Mann als erster Patient und der Arzt schaut ihn durchdringend an. „Ich weiß was Sie haben.“, sagt er. „Herr Doktor, was habe ich?“, fragt der Patient verschüchtert. Der Arzt holt tief Luft und meint: „Ihr Zeigefinger ist gebrochen!“.

Viel Spass beim Wechseln-der-Perspektive,
Doc Ramadani


Was ist eine Alternative?

Ein Mann kam zum Rabbi und fragte: „Rabbi, sag mir bitte: Was ist eine Alternative?“

Der Rabbi zögerte etwas, studierte aufmerksam das Gesicht des Fragenden und sprach dann: „Eine Alternative? Nun, das ist nicht so einfach. Ich will dir ein Beispiel geben: Angenommen, nur einmal angenommen, du hast ein Huhn. So ein Huhn kannst du schlachten, und dann hast du eine schöne Hühnersuppe oder einen Hühnerbraten. Du kannst allerdings auch warten, bis dein Huhn ein Ei legt. Dann hast du ein Huhn und ein Ei.“ – „Aha“, sagte der Fragende und ein erkennendes Leuchten zeigte sich auf seinem Gesicht, „das ist also eine Alternative.“

„Moment, warte mal ab“, sagte der Rabbi, „die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Nehmen wir einmal mal an, du entscheidest dich fürs Eierlegen. Dann hast du irgendwann ein Huhn und ein Ei. So ein frisches Ei, das gibt ein schönes Frühstücksei. Oder du kannst das Huhn natürlich auch brüten lassen. Dann hast du irgendwann zwei Hühner.“ – Die Augen des Fragenden leuchteten auf: „Aha, das ist also eine Alterna… “

„Moment, Moment“, unterbrach ihn der Rabbi. „Die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Nehmen wir an, du entscheidest dich fürs Brüten. Dann hast du also zwei Hühner und irgendwann hast du acht Hühner und später dann sogar über 100. Wenn jemand 100 Hühner hat, dann kann er sich überlegen, ob es nicht Zeit ist, eine Hühnerfarm zu errichten. Bei einer Hühnerfarm gibt es nun wieder unterschiedliche Möglichkeiten. Ich kann natürlich so eine Farm neben meinem Wohnhaus bauen. Das hat gewisse Vorteile: Man ist dicht dabei, man überblickt alles und man hat immer die ganz frischen Eier. Allerdings sollte man die Geruchsbelästigung in Betracht ziehen. Die andere Möglichkeit ist, ins nahe gelegene Flusstal zu gehen. Dort haben die Hühner ideale Bedingungen, frisches Wasser und saftiges Gras. Allerdings – man ist natürlich nicht dabei. Vielleicht kommt nachts einmal der Fuchs oder ein Marder, und eines Morgens sind alle Tiere tot.“ – „Aha, das also ist… “

„Moment, Moment“, sagte der Rabbi, „nicht so schnell, denn die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Nehmen wir mal an, du entscheidest dich für das Flusstal. Die Hühner haben ideale Bedingungen und die Farm wächst und gedeiht: 100 Hühner, 200 Hühner, 500 Hühner und schließlich über 1000 Hühner. Das wird die größte und beste Hühnerfarm weit und breit. Dann beginnt es irgendwann zu regnen. Es regnet und regnet und regnet. Das ist sehr ungewöhnlich für diese Region. Aber es regnet und hört nicht mehr auf. Das Wasser des Flusses steigt und steigt und steigt. Und schließlich überflutet das Wasser die Dämme und damit auch deine Hühnerfarm und alle Hühner sind tot.“ An dieser Stelle stoppte der Rabbi unvermittelt und schwieg.

Der Mann wartete ein Weilchen und fragte dann ratlos: „Na und? Wo ist jetzt hier die Alternative…?“ – Der Rabbi antwortet: „Die Alternative? Enten, mein Lieber, Enten!“

Besten Dank an Yves aus Luxembourg, der mir diese wunderbare Geschichte zugesandt hat.

Sei neugierig, wie Dich Dein Unterbewusstsein beim nächsten Frühstücksei an diese Geschichte erinnert,
Doc Ramadani


Wo geht’s denn hier zum Bahnhof?

Ein Mensch in einer fremden Stadt fragt: „Wo geht’s denn hier zum Bahnhof?“

Es antworten ihm:

  • ein Gesprächstherapeut: „Sie möchten wissen, wo der Bahnhof ist?“
  • ein Psychoanalytiker: „Sie meinen diese dunkle Höhle, wo immer etwas Langes rein- und rausfährt?“
  • ein Tiefenpsychologe: „Eigentlich wollen Sie nur abhauen und alles hinter sich lassen.“
  • ein Verhaltenstherapeut: „Heben Sie den rechten Fuß! Schieben Sie ihn nach vorn! Setzen Sie ihn auf! Geht gut? Hier haben Sie ein Bonbon.“
  • ein Gestalttherapeut: „Lass es voll zu, dass Du zum Bahnhof willst.“
  • ein Hypnotherapeut: „Schließen Sie die Augen. Ihr Unbewusstes kennt den Weg zum Bahnhof.“
  • ein Kreativitätstherapeut: „Hüpfen Sie so lange auf einem Bein, bis Ihr Kopf eine Idee freigibt.“
  • ein Provokativtherapeut: „Ich wette, da werden Sie nie hinkommen.“
  • ein Reinkarnationstherapeut: „Geh zurück in die Zeit vor Deiner Geburt. Welches Karma lässt Dich immer wieder auf die Hilfe anderer angewiesen sein?“
  • ein Familientherapeut: „Für wen in der Familie ist es besonders wichtig, dass Sie zum Bahnhof gehen?“
  • ein systemischer Familientherapeut: „Ich frage mich, was Ihre Mutter sagen würde, wenn Ihr Vater ihr diese Frage stellen würde?“
  • ein Bioenergetiker: „Machen Sie mal Sch-Sch-Sch und spüren Sie, was passiert.“
  • ein Logotherapeut: „Welchen Sinn macht es, zum Bahnhof zu gehen?“
  • ein rational-emotiver Therapeut: „Nennen Sie mir nur einen vernünftigen Grund, weshalb Sie zum Bahnhof wollen?“
  • ein Esoteriker: „Wenn Du dahin sollst, wirst Du den Weg auch finden.“
  • ein Geistheiler: „Für die Antwort brauchen wir viel positive Energie. Lass uns einen Kraftkreis bilden und Deinen Schutzengel suchen.“
  • ein Soziologe: „Kommt drauf an, welche Klasse Sie fahren.“
  • ein NLPler: „Stell Dir vor, Du seist schon da. Welche Schritte hast Du getan?“
  • ein Coach: „Wenn ich Ihnen die Lösung vorkaue, wird das Ihr Problem nicht dauerhaft beseitigen.“
  • ein Benchmarker: „Wer kann ein solches Problem am besten lösen? Nehmen Sie sich den als Vorbild.“
  • ein Moderator: “ Schreiben Sie alle möglichen Lösungswege auf diese Kärtchen.“
  • ein Zeitplanexperte: „Haben Sie genügend Pufferzeit für meine Antwort eingeplant?“
  • ein Gedächtnistrainer: „Welche Eselsbrücke kann Ihnen beim Erinnern behilflich sein?“
  • ein Manager: „Fragen Sie nicht lange, gehen Sie einfach!“
  • ein Sozialarbeiter: „Keine Ahnung – aber gut das Sie fragen!“
  • ein Lehrer: „Wenn Sie aufgepasst hätten, müssten Sie mich nicht fragen.“
  • ein Arzt: „Das kann ich Ihnen nicht sagen, dafür gibt es keine Tarifposition.“

Diesen netten Witz hat mir eine Klientin zum Wochenanfang geschickt. Schön, wenn die Woche so heiter beginnt.

Viel Spass beim Bahnfahren,
Doc Ramadani